12/03/11 - Wohin zieht die Radioaktivität?

Unglaublich, was in Japan passiert. Kein Land ist so gut vorbereitet auf Erdbeben wie Japan. Immerhin wird Japan oft von Erdbeben heimgesucht. Ein Tsunami traf kurze Zeit später aufs Festland, die Medien konnten die Bevölkerung nur eine Minute vor der Ankunft der Welle warnen. Durch die Welle wurden viele Menschen mitgerissen und es wurden die an der Ost-Küste liegenden Atom-Kraftwerke beschädigt. Dann kam heute, also einen Tag nach dem Beben von 8,9, eine Explosion in Kernkraftwerk Fukushima 1 und eine Kernschmelze. Hier ist die Anlage in Google Maps:

Größere Kartenansicht
Eine radioaktive Wolke entstand und spätestens jetzt überstürzen sich die Medien, sind komplett überfordert und mir fehlt neben den ganzen Informationen eine wichtige Sache: eine Karte. Während wir hier für das Beben und für den Tsunami zu weit entfernt waren, kann man nicht weit genug entfernt von radioaktiver Strahlung sein. Bis zum Abend ließ sich nichts Richtiges finden. Im Internet kursierte hauptsächlich diese Darstellung:fallout1
Irgendwie ist es zu einfach dargestellt. Immerhin wird die Wolke vor allem durch das Wetter und die Windrichtung bestimmt. Da spielen viele Faktoren eine Rolle und jeder weiß, dass kein Meteorologe genaue Aussagen für mehr als drei Tage machen kann. Dann bin ich auf bessere Karten gestoßen, die schon gestern das Szenario vorspielten und mehrmals den Kurs der Radioaktivität korrigiert haben:
fallout2

Die Farben zeigen, wie die Luft in den verschiedenen Höhen verteilt wird. Das Grüne ist vor allem durch den Jet Stream und das Blaue auf mittlerer Höhe. Bodennah ist die rote Bahn, die der Küste in nördliche Richtung folgt. Mit Niederschlägen wird erst in drei Tagen (also falls überhaupt) gerechnet.
Ich bin gute tausend Kilometer von dem Epizentrum des Bebens entfernt. Gestern spürte ich (wie gesamt Korea) nichts von der Erschütterung, Tsunami-Wellen gab es auch nicht und so wie es aussieht wird die gefährliche Strahlung in den Pazifik abgetrieben. Einen persönlichen Bericht der Katastrophe von einem deutschen Tokio-Blogger gibt es bei Seoulmate mit drei Beiträgen ("Beben", "Wenn die Erde bebt" und "Tokio, nachts").

1 Kommentar:

Nikola hat gesagt…

Diese Seite wurde 608 Mal im Zeitraum vom 12. bis 17.03. aufgerufen. Die Besucher kamen vor allem durch Suchwörter, die alle die radioaktiven Folgen für Korea erfahren wollten.