27/05/11 - Koreas Problem mit Wasser

koreawaterflagSo wie es in der letzten Zeit in Busan regnet, können sich die Menschen hier bestimmt nur schwer vorstellen, dass es einmal an Trinkwasser mangeln könnte. Am Montag hatte ich eine Vorlesung in Geographie über dieses Thema und es war so informativ, dass ich die wichtigsten Inhalte vorstellen möchte. Über dieses Problem habe ich schon einmal etwas gehört, als ich auf der Homepage der Seoul Design Fair einen Beitrag (rechts die Flagge) über die Umweltprobleme verschiedener Länder sah.
Und nun zum Thema: Im Durchschnitt verbraucht ein Deutscher 151 Liter Wasser am Tag, während in Südkorea der tägliche Durchschnitt pro Kopf bei 275 Liter liegt. Ein wenig lässt es sich durch den Wasserpreis erklären: Leitungswasser kostet in Korea 609 Won Kubikmeter (umgerechnet  0,40 Euro), während es in Deutschland im Schnitt 2,60 Euro kostet (Zahlen aus diesem Artikel). Aber bestimmt liegt es mehr an den Gewohnheiten, der Einstellung gegenüber der Umwelt und vielen weiteren Faktoren. Achja, mein Sitznachbar wollte auch gleich eine Erklärung für den "niedrigen" Wert Deutschlands finden: Er fragte mich,  ob es stimmt, dass wir Deutschen den ganzen Tag Bier statt Wasser trinken.
Der Regen konzentriert sich vor allem auf die Zeit zwischen Juni und September. Denkt zum Beispiel an die Sturzbäche im letzten September. In diesem Zeitraum schwellen die Flüsse an, aber es ist bisher sehr schwer, dieses Wasser zu nutzen, bevor es ins Meer abfließt.
4riverlogoVielleicht hat genau deswegen der jetzige Präsident Lee Myung-bak das Projekt "4대강 살리기" ("Belebung der vier großen Flüsse") initiiert. Wenn man zum Beispiel die englische Version der Homepage besucht, dann steht als erstes Ziel die Sicherung von Wasserressourcen zur Vorbeugung von Wasserknappheit. Es wird sehr viel Geld darin investiert und an jedem Fluss werden viele Staudämme gebaut. Natürlich soll damit auch die Flutgefahr minimiert werden und es werden noch weitere Ziele erreicht. Das Projekt wird von vielen Seiten kritisiert, aber es versucht zumindestens eine Antwort auf das Problem zu liefern. Von meinem Zimmer im Wohnheim habe ich eine direkte Sicht auf den Fluss Nakdong, den längsten Fluss Südkoreas und somit eines der wichtigsten Süßwasserlieferanten. Ich kann die letzten Kilometer des Flusses und die Mündung ins Meer sehen. Ebenso habe ich dieses Thema jetzt nur leicht angeschnitten und so, wie meine Sicht auf den Fluss, nur einen Teil betrachtet. In (ferner) Zukunft werde ich detaillierter über das Problem Wasserknappheit schreiben und bis an die Quelle des Problems gehen.

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