26/06/11 - Fahrradverleihsysteme [Update]

Vielen Großstadtbewohnern sollte aufgefallen sein, dass an Verkehrshubs wie Bahnhöfen und Bushaltestellen oder auch an Touristenattraktionen  ein neues, revolutionäres System eingeführt wurde: Fahrradverleihsysteme. Das ist ein großartiges Mittel zur Förderung des Radverkehrs und zur Entlastung der Innenstädte vom dichten, Abgas erzeugenden Privatverkehr. Das Konzept gibt es schon etwas länger, aber dank neuester Technik setzt es sich gerade richtig gut durch. Stand 2010 ist, dass es mittlerweile in 200 Städten weltweit angeboten wird. In Deutschland gibt es das Angebot von der Deutschen Bahn als "Call a Bike". Hierbei ist an das Problem des ÖPNVs mit der "ersten und letzten Meile" gedacht worden und es wurde auch einigermaßen gut gelöst. Außerdem gibt es noch andere Systeme in Deutschland, die jedem (kostenlos oder kostengünstig) Fahrräde zur Verfügung stellen. Sehr gut wurde das Angebot in Paris, Kopenhagen und Hangzhou (China).
2010-12-26 11.42.01In Südkorea kenne ich das System in den folgenden Städten: Changwon, Seoul, Busan, Goyang und Daejeon. Während meiner Zeit in Busan hatte ich es nie gesehen, nur einmal gehört, dass man am Fluss Nakdong Fahrräder ausleihen kann. In diesem Artikel vom letzten Monat wird über die erste Station des Fahrradsystems auf dem Campus einer Busaner Uni erzählt. Seoul, das eigentlich als fortschrittlich gilt, hat dieses System auch nur in zwei Stadtteilen (Mapo und Yeouido). Zum Beispiel aus der Wohngegend Jamsil weiß ich, dass es dort auch noch andere Fahrradzentren gibt, wo Einwohner kostenlos Fahrräder ausleihen können und auch kostenlos die eigenen Fahrräder reparieren lassen können. Das linke Foto ist von meiner Stadt-Exkursion im letzten Winter. Direkt hier bei meinem Goshiwon ist auch eine Station und nah bei meinem Arbeitsplatz ist eine weitere. Bei meiner Tagestour in Daejeon habe ich ein Fahrrad ausgeliehen. Für die erste Stunde war die Benutzung dort kostenlos und jede weitere halbe Stunde kostete nur 500 Won (ca. 30 Cent). Fahrräder lassen sich direkt an digitalen Portalen ausleihen (also ohne Voranmeldung oder Registrierung). Bezahlung geht bequem per Handy (mit Verifikation über Personalausweis-Nummer). Somit scheint es für Touristen unzugänglich zu sein.
P1400166Auf Koreanisch heißt es "공공자전거" oder "공용자전거". So sieht ein Fahrrad in Daejeon aus. Drei Gänge und sehr komfortabel. Im Detail unterscheiden sich die Fahrradsysteme von Land zu Land. In Paris gibt es insgesamt 20,000 Fahrräder und in Hangzhou sogar 60,000 Fahrräder. In Peking soll es bis 2015 unglaubliche 50,000 Räder geben. Die Grundidee dahinter ist, dass anstatt jeder ein Privatfahrrad besitzt eine ausreichende Anzahl an öffentlichen Fahrrädern bereitgestellt wird.

[Update] Das berühmteste System, Frankreichs Vélib´ hatte letztens den 100 Mio. Kunden! Hier gibt es einen Bericht und ein lustiges Video.

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