28/06/11 - Carsharing-Systeme

Bestimmt hat sich der eine oder andere Leser sich gefragt, was ich mit dem Beitrag über Fahrradverleihsysteme erreichen wollte. Für einige Leute ist es ein altes Thema, aber ich glaube, dass die Mehrheit es nicht kannte. Doch der eigentliche Grund ist, dass ich ein Konzept über Carsharing, wovon ich zum ersten Mal am vergangenen Freitag gehört habe und gleich sehr fasziniert war, vorstellen wollte.
Vergleichbar mit dem System der Fahrräder, die jedem an Ausleih-Stationen zur Verfügung stehen, ist auch ein System mit Autos in der Entwicklung. Als ob dieses System des öffentlichen Pkws nicht schon revolutionär genug wäre (oder einfach nur der nächste logische Schritt?), gibt es ein sehr interessantes Konzept für mögliche Fahrzeuge von der amerikanischen Universität MIT:
CityCars accommodate two passengers, which suits them to meeting the requirements of the vast majority of urban trips without excess capacity. They are designed for intra-urban trips, which are fairly short between recharge opportunities.
Die Fahrzeuge heißen "CityCar" und zwei Passagiere können je Fahrzeug befördert werden. Es ist ausgelegt für die inneren City-Bereiche einer Großstadt, wo es sonst für gewöhnlich immer Verkehrsstaus und voll belegte Parkplätze gibt. Mit diesen CityCars soll man kurze Distanzen (von einer Station zur nächsten Verleihstation) zurücklegen. So sehen diese Fahrzeuge aus:
citycar-new
mit-stackable-city-public-transit-car-projectBisher gibt es diese Fahrzeuge nur als Prototypen und es wird noch dauern bis es industriell hergestellt werden kann. Die Technik, die darin steckt, ist auch ziemlich beeindruckend. Die Autos können sich aufrichten, um noch weniger Parkplatz einzunehmen. Natürlich werden es Elektroautos sein, die im Idealfall von Solaranlagen, die auf den Dächern der umliegenden Häuser aufgestellt sind. Bei diesen Verleihsystem (auch bei Fahrrädern) gibt es immer das Problem, dass an einigen Stationen viele Vehikel stehen und an anderen Stationen fast gar keine (bzw. diese schnell in Anspruch genommen werden und für den nächsten Kunden fehlen). Dafür soll ein intelligentes System implementiert werden, wonach die Preise für die Fahrzeuge immer nach dem aktuellen Stand (von Start- und Endstation) bestimmt werden. Leere Stationen sind billiger als Ziel, ebenso geben volle Startstationen hohe Rabatte und andersherum.

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Diese Grafik zeigt, wie klein und leicht die Fahrzeuge sein werden. Das CityCar kann sich außerdem auf der Stelle drehen, da die Reifen individuell verstellbar sind.
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Und es wird viel, viel weniger Parkfläche gebraucht. Damit könnten Innenstädte in komplette "Privat-Pkw freie Zonen" umgestaltet werden. Die Zukunfspläne für Carsharing-Systeme sehen so aus:
Each car sharing vehicle has the potential to take 15 personal cars off the road. Furthermore, the energy input needed to build and ship those cars is saved when members of car sharing programs rely on a single vehicle. Paris plans to debut the 4,000-vehicle Autolib, a car sharing program that will use electric cars, within the next year.
Da ein Auto von der Mehrheit der Besitzer nur eins bis zwei Stunden am Tag aktiv benutzt wird und die restliche Zeit herumsteht, kann man für diese Zeit auch einfach ein Fahrzeug mit anderen Menschen teilen. Also könnten bis zu 15 Privatfahrzeuge durch ein CityCar ersetzt werden. Dadurch wird auch eine Menge an Energie gespart und das ist natürlich gut für die Umwelt. Auch hier ist Paris wieder vorne dabei und möchte eigentlich noch in diesem Jahr dieses System in die Realität umsetzen (Artikel ist aus 2010). Laut Wikipedia wird es wohl tatsächlich im September gestartet, aber nicht mit diesen Fahrzeugen, die ich vorgestellt habe. 
Irgendwie kommt es mir so vor, als ob der Trend immer mehr in Richtung eines bedarfsorientierten ÖPNVs geht.  Ist das überhaupt ÖPNV? Ich würde ja sagen, weil es immerhin für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht und den Nahverkehr ermöglichen soll. Wir müssen uns von den alten Bildern der individuellen Freiheit dank Privatbesitzes lösen.

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