21/01/12 - Hong Sang-soo

Die koreanische Welle Hallyu (한류) wird neben Musik auch vom koreanisch Film getragen. Weltweit drehten K-Pop-Fans (und auch Koreaner) durch, als Won Bin im Film "The Man From Nowhere" (아저씨) vom zurückhaltenden Pfandleiher zum kämpfenden, nach Gerechtigkeit suchenden Killer. Der gleiche Effekt stellt sich ein, sobald Lee Byung-hun die Hauptrolle in einem Film spielt. Dabei ist es egal, ob er ein Doppelagent, Lehrer oder ein notorischer Fremdgänger ist, weil allein sein Lächeln einen Film verkaufen kann.
Wenn man in die koreanische Filmwelt eintaucht, sieht man zu Beginn meistens die typischen Klassiker, die sich gut verkauft haben. Irgendwann gewöhnt man sich auch daran, dass der Held am Ende des Filmes stirbt (aber immer sein Ziel erreicht) und an die kitschigen Liebesgeschichten.
Doch es gibt einen Regisseur, dessen Filme sich nicht an diese Regeln halten: Hong Sang-soo (홍상수). Was im Wikipedia-Artikel steht, beschreibt seine Filme ziemlich gut. Bei Imdb gibt es die vollständige Liste seiner Filme. Und ich liebe jeden einzelnen! Vorhin habe ich erst "Hahaha" (하하하) gesehen und es war genau so wie ich mir einen richtigen Film vorstelle: Eine ganz normale Geschichte wird auf eine besondere Weise erzählt; anstatt irgendwie gezwungen ein Klimax aufzubauen, blubbert es vor sich hin und danach fühlt man sich selbst angeregt, die Message aus dem Film (die jedes Individuum natürlich anders interpretiert) umzusetzen. Der Film "Night and Day" (밤과 낮) war super, unter anderem durch meine eigene Erfahrung in koreanischen Gasthäusern. Bei allen Filmen merkt man den Stil von Hong Sang-soo, aber jeder Film hat etwas Einzigartiges. Lustig war, wie bei "The Power of Kangwon Province" (강원도의 힘) mehrmals das Mikrofon im Bild auftauchte. In diesem Film hatte jede Szene je eine Einstellung, die Kamera bewegte sich nicht und zoomte weder rein noch hinaus. Aus drei Perspektiven wird eine Geschichte in Oki's Movie (옥희의 영화) erzählt. Hierbei läuft es nicht darauf hinaus, dass eine Perspektive über die Anderen dominiert und alles erklärt wird. Viel mehr ist es einfach eine Art zur Darstellung des Subjektiven.
Keiner von Hongs Filmen taucht in Top 10-Listen auf und es dauert eine Weile bis man auf seine Filme stößt. Aber danach möchte man gar nicht wieder zurück zu den Brei an Hollywood-Filmen.

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