12/05/12 - Alles auf eine Karte

Gestern als ich auf meinen Anschlusszug warten musste, ging ich in einen Buchladen. Dort sah ich das Buch "Alles auf eine Karte" von MC Rene. Jeder kennt ihn, aber ich kann mich z. B. irgendwie an keinen einzigen Song von ihm erinnern. In den letzten Jahren hatte er wohl ein relativ bescheidenes Leben geführt. Das Buch setzt zu dem Zeitpunkt an, wo er diesem Lebensstil überdrüssig wird und etwas verändern möchte:
Nach einem Ausflug ins bürgerliche Leben setzte er alles auf eine Karte, kaufte sich eine Bahncard 100, verschenkte Hab und Gut, kündigte seine Wohnung - und reist seitdem durch Deutschland mit dem Ziel, wieder auf die Bühne zurückzukehren. 
Ist das nicht geil? Er verkauft alles, was er hat. Er löst jegliche Bindungen, die ihn an ein Ort halten würden. Er kauft sich eine Bahncard 100 als Symbol der Freiheit. Ist das vielleicht ein Zeichen für eine Veränderung in der Bedeutung von Transportmitteln? In vielen Büchern wird üblicher weise beschrieben, dass der Protagonist alles zurücklässt, von seinem letzten Geld ein Auto kauft und dann seine Freiheit auf der Straße sucht. Wahrscheinlich beginnen einige amerikanische Abenteuer-Romane heute immer noch so. Bei "Into the Wild" fängt es ja eigentlich auch mit einem Auto an. Das wird aber zurückgelassen, weil es die Freiheit einschränkt.
Hier ist MC Rene auf der Schiene unterwegs und es wird auch betont:
12 Monate. 102 Auftritte. 146 560 Schienenkilometer. 1 Traum. Das alte Leben hinter sich lassen. Den Job hinschmeißen, die Wohnung kündigen, Hab und Gut verscherbeln. Alles, was bleibt, ist ein Koffer, die Bahncard 100 und das Ziel: zurück auf die Bühne. MC Rene comedyrappt sich durch Landgasthöfe und Fußgängerzonen, von Provinzbahnhöfen in die DB-Lounge. Ob er ankommt? Vielleicht bei sich selbst.
Vielleicht interpretiere ich bloß zuviel hinein. Jedoch finde ich den Aufhänger des Buches einfach extrem geil. Natürlich gibt es dazu auch einen Song von MC Rene:

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